Zum Hauptinhalt springen

Bildung

Zwischen Bildung und Armut gibt es starke wechselseitige Zusammenhänge. Einerseits können fehlende Bildungsabschlüsse oder mangelnde Kompetenzen zu Armut oder knappen finanziellen Mitteln führen. Andererseits kann sich Armut negativ auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen auswirken.

Passende Bildungsangebote können einen Beitrag leisten, um Armut zu verhindern oder zu reduzieren. Armutssituationen können jedoch aufgrund von verschiedenen Ursachen entstehen. Bildung ist deshalb als eine unter weiteren Präventionsmassnahmen zu verstehen.

Das Schwerpunktheft Bildung gibt eine vertiefte Übersicht zum Thema Bildung und Armut in der Schweiz. Die zentralen Akteure und Massnahmen werden abgebildet und bestehende Herausforderungen aufgezeigt.

Bildung und Armutsrisiko

Fehlende Bildungsabschlüsse und mangelnde Grundkompetenzen als Risikofaktoren

Ein fehlender nachobligatorischer Abschluss ist seit Jahren ein zentraler Risikofaktor für Armut. Personen ohne Abschluss auf Sekundarstufe II weisen über die letzten zehn Jahre hinweg konstant eine deutlich höhere Armutsquote auf. Am geringsten ist das Armutsrisiko bei Menschen mit einem Abschluss auf Tertiärstufe.

Neben formalen Bildungsabschlüssen spielen auch Grundkompetenzen eine entscheidende Rolle. Wer über geringe Kompetenzen in Bereichen wie Lesen, Schreiben oder Mathematik verfügt, ist häufiger von tiefem Erwerbseinkommen und Erwerbslosigkeit betroffen. Weiter haben Jugendliche mit mangelnden Grundkompetenzen am Ende der obligatorischen Schule ein erhöhtes Risko, keinen Abschluss auf Sekundarstufe II zu erreichen.

Armut und Bildungschancen

Eingeschränkte Bildungschancen bei Kindern aus einkommensschwachen Haushalten

Die Bildungschancen von Kindern werden stark durch ihre soziale Herkunft geprägt. Neben weiteren Merkmalen der sozialen Herkunft – wie dem Bildungsniveau der Eltern oder dem Migrationshintergrund – haben die finanziellen Mittel einer Familie einen relevanten Effekt auf die Bildungschancen.

Die ersten Lebensjahre sind wichtig für die Entwicklung von Kindern und haben einen weitreichenden Einfluss auf den weiteren Bildungsverlauf. Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann die familienergänzende Betreuung die Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern erhöhen. Kinder aus einkommensschwachen Familien (unterste 20 % der Einkommensverteilung) besuchen jedoch deutlich seltener eine Kita als Kinder aus nicht einkommensschwachen Familien.

Kinder aus sozial belasteten Familien treten häufig bereits mit geringeren Kompetenzen in den Kindergarten ein. Studien zeigen, dass sich die Kompetenzunterschiede nach sozialer Herkunft im Verlauf der obligatorischen Schule nicht reduzieren.

Auch auf der Sekundarstufe II bleibt der Zusammenhang deutlich: Jugendliche aus Familien mit knappen finanziellen Mitteln oder mit Sozialhilfebezug haben ein erhöhtes Risiko, keinen Abschluss auf Sekundarstufe II zu erreichen. Zudem erwerben sie seltener eine gymnasiale Maturität und schliessen deutlich seltener eine Ausbildung auf Tertiärstufe ab.

Logo Schweizerische Eidgenossenschaft
Eidgenössisches Departement des Innern EDI
Bundesamt für Sozialversicherungen BSV

In Zusammenarbeit mit Behörden auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene,
Organisationen der Zivilgesellschaft und der Forschung