Zentrale Ergebnisse
Das Grundlagenheft «Armut in der Schweiz im Überblick» beinhaltet die zentralen statistischen Kennzahlen und Forschungsgebnisse zur Armutssituation in der Schweiz:
Stabile Armutsquote seit 2017
Zwischen 2014 und 2017 ist die Quote der Einkommensarmut in der Schweiz angestiegen. Seither (Stand 2023) bewegt sie sich relativ stabil zwischen rund 8 % und 9 %. Die Veränderungen in dieser Bandbreite sind statistisch nicht signifikant. Gewisse Bevölkerungsgruppen sind stärker von Armut bedroht als andere. Dazu gehören kinderreiche Paarhaushalte, Alleinerziehende, Alleinlebende, Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss und Menschen mit Migrationshintergrund. Die Schwierigkeiten steigen, wenn sich mehrere Risikomerkmale überschneiden.
Einbezug des Vermögens bei der Armutsmessung
Berücksichtigt man neben den Einkommen auch die Vermögen, so reduziert sich die Armutsquote um ungefähr einen Drittel. Vermögensdaten liegen für die Jahre 2020 und 2022 vor. 2022 betrug die Armutsquote unter Berücksichtigung der finanziellen Reserven 5.3 %. Im Ruhestand beeinflussen die finanziellen Reserven die Armutsquote stärker als zuvor: Bei Personen im Rentenalter reduziert sich die Quote um rund die Hälfte – im Jahr 2022 von 15,5 % auf 7,3 %.
Dynamik von finanzieller Armut
Es spielt eine grosse Rolle, ob Armut für die Betroffenen nur eine vorübergehende Episode oder ein dauerhafter Zustand ist. Die Realität erweist sich allerdings als komplex und spielt sich mehrheitlich zwischen diesen Polen ab. An der Oberfläche betrachtet, ist Einkommensarmut oftmals nur von kurzer Dauer. Aber viele Betroffene kehren später erneut in die Armut zurück.
Prekäre Lebensverhältnisse können sich von einer Generation auf die nächste übertragen: Menschen, welche die finanzielle Situation im Elternhaus rückblickend als schlecht beurteilen, bekunden auch als Erwachsene häufiger Probleme, finanziell über die Runden zu kommen. Ebenso leiden sie öfter unter materiellen und sozialen Entbehrungen als Personen, die in ihrer Jugend finanziell bessergestellt waren.
Bundesamt für Sozialversicherungen BSV
In Zusammenarbeit mit Behörden auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene,
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