Das Verständnis von Armut
Ein gutes und erfülltes Leben zu führen, heisst: Man hat viele Möglichkeiten, eigene Pläne zu verfolgen und danach zu handeln. Sind diese Möglichkeiten stark eingeschränkt, ist ein Mensch arm. Das ist der Kerngedanke des Capability-Ansatzes des Ökonomen und Nobelpreisträgers Amartya Sen. Der Ansatz wird im Monitoring verwendet, um Armut zu verstehen und Armutspolitik zu beurteilen.
Das Monitoring enthält viele Statistiken zur Armut. Um für die Statistik zu messen, ob eine Person von Armut betroffen ist, verwendet das Monitoring finanzielle Kriterien: Eine Person gilt als arm, wenn ihr Haushalt nicht genügend Geld hat, um das soziale Existenzminimum zu sichern. Die Bestimmung des sozialen Existenzminimums orientiert sich an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS).
Viele Lebensbereiche beeinflussen die Perspektive eines Haushalts und seiner Mitglieder. Deshalb beschreibt das Monitoring die Zusammenhänge von finanzieller Armut und Erwerbsarbeit, Bildung, Gesundheit, Wohnen, sozialen Beziehungen und politischer Teilhabe. Das Monitoring ruht somit auf einem mehrdimensionalen Armutskonzept mit einem finanziellen Kern.
Bundesamt für Sozialversicherungen BSV
In Zusammenarbeit mit Behörden auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene,
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